Westerwelle besucht türkisches Priesterseminar

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Türkei zu religiöser Toleranz aufgerufen. Als erster europäischer Außenminister besuchte er am Samstag das von der türkischen Regierung geschlossene Priesterseminar auf der Insel Heybeliada und forderte dessen Wiedereröffnung.

Westerwelle würdigte das Priesterseminar als großes Kulturerbe, teilte das Auswärtige Amt mit. Der Außenminister sagte: „Religionsfreiheit gehört zu unserem europäischen Leben dazu.“ Der Besuch sei Ausdruck seiner „persönlichen Solidarität“. Die Bundesregierung setzt sich für eine Wiedereröffnung des seit rund 40 Jahren geschlossenen griechisch-orthodoxen Priesterseminars ein. Zuständig für die Schließung war die türkische Regierung.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, ist die theologische Hochschule für den Nachwuchs und den Fortbestand der griechisch-orthodoxen Kirche entscheidend. Die griechischstämmige Minderheit in der Türkei ist demnach in den vergangenen 50 Jahren von etwa 120.000 auf nun rund 3.000 Personen geschrumpft. Das griechisch-orthodoxe Patriarchat hat Nachwuchssorgen, denn der Patriarch muss türkischer Staatsbürger sein.

Bei seinem Besuch sprach Westerwelle der Türkei außerdem eine entscheidende Rolle beim Wandel in den arabischen Welt zu. Der Staat spiele bei den Veränderungen in der Region eine „Schlüsselrolle“, sagte Westerwelle am Freitag nach einem Gespräch mit seinem türkischen Kollegen Ahmed Davutoglu in Istanbul. „Die Türkei ist eine stabile Brücke in die islamische Welt“, erklärte er laut der „Agence France-Presse“

Quelle: www.pro-medienmagazin.de