Ursprung des Valentinstages

Der Valentinstag (am 14. Februar) gilt in einigen Ländern als Tag der Liebenden. Das Brauchtum dieses Tages geht auf einen oder mehrere christliche Märtyrer namens Valentinus (in Frage kommen vor allem Valentin von Terni oder Valentin von Viterbo) zurück, die der Überlieferung zufolge das Martyrium durch Enthaupten erlitten haben. Der Gedenktag wurde von Papst Gelasius I. 469 für die ganze Kirche eingeführt, 1969 jedoch aus dem römischen Generalkalender gestrichen. Verbreitet gibt es jedoch um den Valentinstag herum Gottesdienste, in denen Ehepaare gesegnet werden. Ist das aber wirklich die ganze Wahrheit über dieses Fest?

Die Antworten finden wir in der Geschichte. Die alten Römer nannten den zweiten Monat im Jahr nach der Göttin des „Liebesfiebers“ Juno Februata. Entsprechend lustvoll wurde das Fest der Lupercalia, zu deutsch „Das Fest der Wölfin“ gefeiert. Die Legende besagt, dass die heilige Wölfin „Lupa , die Nährmutter der Zwillinge Romulus und Remus gewesen sei. Die Zwillinge, gelten als die Gründer Roms. Den Kirchenmännern gefiel dies natürlich nicht und sie erfanden den „Märtyrer Valentin“, um die Göttin zu ersetzen. Bis heute hat sich Juno Februatas Fest gehalten, denn Liebesfieber lässt sich nicht austreiben, schon gar nicht mit einem Märtyrer.

Die alten RömerInnen hatten beobachtet, dass Mitte Februar die Vögel ihre Paarungszeit beginnen und brachten so der Göttin Juno Februata, Göttin des Liebesfiebers, Blumen als Opfer. Die Männer schenkten angeblich schon damals Frauen als Vertreterin der Göttin Blumen.

Das Fest der sexuellen Freizügigkeit

Der heilige Monat der Juno Februata wurde ihr zu Ehren mit den Lupercalia („Das Fest der Wölfin”) entsprechend lustvoll gefeiert. Mittelpunkt des Festes, das bis in die Spätantike gefeiert wurde, war die Lupercal-Grotte, jener Ort, wo nach der Überlieferung die Wölfin die Zwillinge Romulus und Remus gesäugt hatte. Überliefert ist von diesen Festen, dass Frauen – die „lupae“, die die Wiederkehr des Lebens nach dem langen Winter feiern und auch das eine oder andere erotische Spiel ausprobieren wollten, auf einen kleinen Papyrusstreifen ihren Namen schrieben und in einen Kelch warfen. Aus diesem konnten Männer jeweils einen Zettel ziehen. Die beiden gingen darauf hin eine vorübergehende Beziehung ein, die vor allem dafür da war, in großer spiritueller Sinnlichkeit die Urkraft der Schöpfung zu feiern, die in der ekstatischen Liebesumarmung ihren höchsten Ausdruck findet. Zu der Zeremonie gehörte auch, dass die teilnehmenden nackten Jünglinge, die „luperci“, zu einem Marathonlauf über den Palatin antraten.

Wenn von beiden gewünscht, konnte sich die erotische Beziehung über die Dauer eines Jahres ausdehnen. Sie galten dann als temporär verheiratet – bis zu den nächsten Lupercalia. Nicht selten entstanden daraus auch lang andauernde feste Partnerschaften.

Der Kirche ein Dorn im Auge

Dieses Fest der sexuellen Freizügigkeit mit orgiastische Riten gefiel den Kirchenmännern natürlich nicht.

So wandelte Papst Galasius im Jahr 494 dieses Fest in das Fest der „Reinigung der Jungfrau Maria“ um.

Das lateinische Wort „februare“ bedeutet zwar „reinigen“, allerdings wird dies im matriarchalen Kontext anders aufgefasst. Es ist eine Zeit, in der das Neue, die erwachende Natur immer mehr zu spüren ist, daher wird nun nach und nach alles, was an den Winter erinnert, gereinigt, die letzten Lebensmittelvorräte zusammengestellt, um Platz für neue Lagerhaltung zu schaffen. Jetzt, wo die Lager fast leer sind, konnten diese von allerlei schädigenden Unrat gereinigt werden.

Im patricharchalen Sinn, gilt die Frau als solche unrein, die ständig gereingt werden müssen, von Sünden, nach der Menstruation und vor allem nach einer Geburt, dieser lebensgebende Akt wird von der jüdischen und christlichen Kirche perverser Weise als unrein angesehen. Frauen, die einen Sohn gebären müssen sich daher 40 Tage nach der Geburt einem Reinigungsritual unterziehen. Die Geburt einer Tochter ist dieser Auffassung nach eine noch schmutzigere Angelegenheit, da muss eine Frau 80 Tage warten, bis sie wieder als rein gilt. Da macht auch die jungfräuliche GebärerinMaria keine Ausnahme. Und so versuchte man die Wolfsfeste der Februata mit der Reinigung der Maria zu überlagern, Weihnachten liegt ja Anfang Februar 40 Tage zurück.

Märtyrer soll Göttin ersetzen

Um ganz sicher zu gehen wurde darüber hinaus auch der „Märtyrer Valentin“ erfunden, um die Göttin zu ersetzen. Dieser wurde und wird nach wie vor Mitte Februar gefeiert. Allerdings muss ein Märtyrer und somit Heiliger auch einen entsprechenden wunderwirksamen Lebenswandel nachweisen können. Dazu gab es einige Ideen, die Kirchenväter konnten sich nicht einigen. So kommt es, dass der „Heilige Valentin“ mit mehreren, sich widersprechenden Biografien ausgestattet wurde. In dieser Figur wurden auch mehrere Männer vermischt – ein römischer Priester, ein Bischof in Terni, ein Bischof in Rätien, ein Valentin von Viterbo und ein weiterer Valentin, der sein Martyrium zusammen mit Begleitern in Afrika erlitten haben soll. Aus all diesen Herren wurde eine Biographie zusammen gepuzzelt, die schließlich in folgendem „Vergehen“ seinen Höhepunkt fand: Valentin soll trotz des Verbots durch Kaiser Claudius II. Paare nach christlichem Ritus getraut, den frisch Vermählten Blumen aus seinem Garten geschenkt und – eher obskuren volkstümlichen Quellen zufolge – Liebesbriefe verschickt haben. Für all das wurde er schließlich enthauptet – was ihm die Ehre der Heiligsprechung zuteil werden ließ. Drei von ihm „Bekehrte“ – deren Namen angeblich Proculus, Ephebus und Apollonius waren und seinen Leichnam versorgten, wurden ebenfalls gemartert, dann aber immerhin in Valentins Nähe bestattet.

Weder für Spendungen des Ehesakramentes, noch für verschenkte Blumen oder Liebesbriefe lassen sich stichhaltige historische Quellen finden.

Daher wurde Valentin 1970 bei der Reform des römischen Generalkalenders auch ersatzlos als Heiliger gestrichen und im offiziellen kirchlichen Kalender ist für den 14. Februar kein Valentin mehr angegeben.

Bei dessen „Erfindung“ im 4. Jahrhundert allerdings versuchten die christlichen Kirchenväter speziell den Brauch mit den Papyrusstreifchen, die Frauen und Männer zusammenbrachten, zu ändern. Sie schrieben die Namen von Heiligen und kurze Predigten auf die Zettelchen und brachten diese unters Volk. Allergings fanden die Menschen schnell wieder zu den alten „Liebesbriefchen“ zurück. Der christlich erfundene Märtyrer Valentin entwickelte sich zwangsläufig zum Schutzheiligen der Liebenden, der dem Februata-Fest einen harmlosen Anstrick verlieh. Denn das Fest selbst blieb trotz aller gegenteiliger Anstrengungen der Sinnlichkeit und den Liebenden gewidmet.

Noch im Mittelalter wurden in Frankreich und Belgien „Valentin“ und „Valentine“ durch das Los bestimmt, die dann ein Jahr miteinander lebten und der heilige Valentin wurde in vielen Gegenden bei Liebeszaubern und bei der Zubereitung von Liebestränken angerufen.

So haben sich die Lupercalia zu Ehren der Göttin im übertragenen Sinne bis heute gehalten, denn Liebesfieber lässt sich nicht austreiben, schon gar nicht mit einem patriarchalen Reinigungsritual oder einem Märtyrer.

Februata als jungfräuliche Mutter

Februata ist die Mutter des Gottes Mars, den sie jungfräulich von einer Lilie (dem Symbol für parthogentische Empfängnis, siehe auch Maria) empfangen hat. Sie war eine Lichtgestalt, denn mit dem Februar wird es wieder heller und damit verbunden erwachen in der Natur und so auch bei den Menschen neue Lebensenergien sowie Frühlings- und Liebes-Gefühle. Heute wird ihr Fest im Jahreskreis auch oft am 1. bzw. 2. Februar (christl.: Maria Lichtmess, keltisch:Brigid oder Imbolc) gefeiert.

Daher wird Februata auch um Licht gebeten. Sie sorgt dafür, dass die Dunkelheit des Winters im Außen und auch in der inneren Gefühlswelt und damit Übel und Gram weichen. Das „ewige Feuer“ von Februata, der im Fieber Glühenden soll auch die Herzen sich nach Liebe sehnender Menschen entflammen.

Wenn wir jetzt die wahre Bedeutung des Festes wissen, wollen wir es wirklich feiern?

„Aber ich sage: Was die Heiden opfern, das opfern sie den Teufeln, und nicht Gott. Nun will ich nicht, daß ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt.  Ihr könnt nicht zugleich trinken des HERRN Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaftig sein des Tisches des HERRN und des Tisches der Teufel.“  1. Korinther 10:20

Botschaft für Dich, Gemeinden und Reformation

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