Schöpfungsmuseum für die Christen

Die Christen in den USA haben am 28. Mai 2007 ein Museum eröffnet, das die biblische Schöpfungsgeschichte wissenschaftlich darstellt.

Gott über allem: Die Erde wurde in sechs Tagen geschaffen, und das Weltall ist lediglich rund 6000 Jahre alt – so lauten die zentralen Thesen der Ausstellung. Creation Museum: Fast 5000 Quadratmeter groß, vor den Toren der US-Millionenstadt Cincinnati und 25 Millionen US-Dollar teuer.
Ken Ham, Gründer des Creation Museum, leitet den Zehntausende Mitglieder starken christlichen Verband „Answers in Genesis“, der sich auf das Buch Genesis am Anfang des Alten Testaments bezieht. Er spricht regelmäßig in zahlreichen Rundfunksendern. Ham und seine Mitstreiter nehmen die Bibel absolut wortwörtlich. „Wenn wir sagen, dass die Bibel das Wort Gottes ist“, erläuterte Ham kürzlich in der evangelikalen Zeitung „Christian Post“, dann müsse auch die biblische Geschichtsdarstellung stimmen“.

Die gesamte Bibel einschließlich der Evangelien basiere auf der Schöpfungsgeschichte. Wer daran rüttelt, rüttelt an der gesamten frohen Botschaft, ist sich Ham sicher. Für 19,95 Dollar Eintritt – Kinder haben Ermäßigung – sehen die Besucher lebensgroße Dinosaurier, Dutzende Videos von der Schöpfung, die Arche Noah, Adam und Eva im Paradies und viele Fossilien, aber auch Martin Luther, Moses, den Apostel Paulus und Figuren aus der neueren Geschichte.

Die Sitze im Hörsaal des Creation Museum wackeln und vibrieren leicht. Damit soll vermittelt werden, wie es auf der Arche Noah im Wellengang der Sintflut gewesen sein muss.

73 Prozent der weißen evangelikalen Protestanten glauben danach, Gott habe den Menschen in den letzten Jahrtausenden in seiner gegenwärtigen Form erschaffen. Auch drei republikanische Präsidentschaftskandidaten – Senator Sam Brownback, Gouverneur Mike Huckabee und der Kongressabgeordnete Tom Tancredo – erklärten kürzlich, sie glaubten nicht an die Evolution.

Die Evolutionstheorie ist in der US-amerikanischen Politik ein heißes Eisen. In zahlreichen Schulbezirken verlangen konservative Christen, Schulen sollten auch alternative Thesen zur Evolution lehren. Mehrere Alternativen werden angeboten, von Ken Hams Gedanken bis hin zur weniger radikalen „Intelligent Design“-Hyothese, wonach das komplizierte Universum nur auf Grund des Planes eines höheren Wesen entstanden sein könne. Auch US-Präsident George W. Bush hat sich 2005 für Alternativen zur Evolutionstheorie im Unterricht ausgesprochen.

Das Creation Museum soll „den evolutionären Naturkundemuseen entgegentreten, die zahllose Seelen gegen Christus und die Schrift kehren.

Das „Creation Museum“ in Kentucky ist nicht das einzige Museum zur Schöpfungsgeschichte in den USA. In dem texanischen Dörfchen Glen Rose – nicht allzuweit von George W. Bushs Landsitz – steht das „Creation Evidence Museum“, das einen Beweis für die Wahrheit der biblischen Schöpfungsgeschichte erbringen will. Es ist kleiner als das in Kentucky, und der Eintritt kostet nur zwei Dollar.

Aber die Texaner haben ihrer Ansicht nach die Trumpfkarte: In einem Flusstal in der Nähe des Museums sieht man versteinerte Dinosaurier-Fußabdrücke. Und mitten in einem Dinosaurierabdruck soll sich doch tatsächlich ein menschlicher Fußabdruck befinden. Nach Ansicht der Museumsbetreiber existierten Menschen und Dinosaurierer zur gleichen Zeit.