Ein Wunder in Mexiko

Haben Sie auch schon mal ein Wunder erlebt, nachdem Sie Gott um Hilfe gebeten haben? Aber bevor ein Wunder passiert kommt es oft ganz anders als wir denken…

Don Harris war mit fünf Mexikanern auf dem Heimweg von einer abendlichen Bibelstunde. Stets versuchte er, vor Mitternacht zu Hause zu sein, damit sich Claire keine Sorgen um ihn zu machen brauchte. Doch heute Nacht sollte es anders kommen.

Auf einem einsamen Strassenabschnitt versagte der Motor, und nur mit Mühe konnte Don das Auto an den Strassenrand bringen. Alle Brüder sprangen aus dem Wagen, blickten unter die Haube und versuchten, den Fehler zu entdecken. Der eine meinte dies, der andere das; aber niemand wusste wirklich, woran es lag. Was nun? Einer schlug vor, zu Saulo zu gehen, einem tüchtigen Mechaniker in Zozutla. Das war eine gute Idee! So machten sich vier Brüder auf den Weg in den nächsten Ort, wo sie einen Gläubigen zu finden hofften, der sie nach Zozutla bringen konnte.

Don wartete mit Fanuel Montoya beim Auto; eine Unterhaltung wollte nicht so recht aufkommen. Dafür war ihr Selbstmitleid zu gross, dass sie sich in dieser prekären Situation befanden. Don unterbrach die Stille: «Bruder, hier sitzen wir nun fest und haben noch nicht einmal dafür gebetet.»

«Das stimmt», antwortete der andere überrascht und beschämt zugleich. «Worum sollen wir jetzt aber beten?»

«Um zwei Dinge. Erstens, dass der Motor wieder anspringt; zweitens, dass wir spätestens um Mitternacht wieder zu Hause sind. Ich möchte nicht, dass meine Frau sich Sorgen macht. Ich bemühe mich nämlich immer, pünktlich heim zu sein.»

Zwei Stunden später kamen die Vier zurück und brachten Bruder Saulo mit. Er untersuchte den Tank und das elektrische System und entdeckte, dass die Zündspule durchgebrannt war. Das sah übel aus. Weit und breit kein Ersatzteillager, und wenn es eins gäbe, so wäre es um diese Zeit geschlossen.

Gerade in diesem Augenblick kam ein VW Käfer vorbei. Natürlich wollte der Fahrer nicht gerne halten, wusste er doch nicht, ob diese Leute «Banditos» waren. Er fuhr langsam heran, wendete dann etwa 50 Meter weiter und kam so langsam zurück, dass er die Situation überblicken konnte. Dann fuhr er weiter, kehrte abermals zurück und hielt schließlich vor den hilflosen Gläubigen an.

«Kann ich Ihnen irgendwie helfen?»

Saulo rief zurück: «Die Spule ist durchgebrannt.»

Daraufhin griff der barmherzige Samariter auf den Rücksitz, nahm von dort eine Bosch-Zündspule und überreichte sie Saulo. Eine importierte Boschspule war damals eine Rarität in Mexiko, besonders für die Einheimischen. Und dass einer mit einer Reservespule durch die Gegend fuhr, war noch viel ungewöhnlicher.

Don wollte den Fremden bezahlen; aber er wollte kein Geld haben. Immerhin nahm er noch ein Bibeltraktat an, bevor er sich wieder auf den Weg machte.

Die Zündspule war schnell montiert, und die sechs dankbaren Gläubigen konnten weiterfahren.
Um zwei Uhr war Don schließlich wieder daheim. Auf Zehenspitzen schlich er ins Schlafzimmer. Claire schlief fest. Sie war schon vor Mitternacht eingeschlummert.

Als Don später diese Geschichte erzählte, sagte er: «Dies geschah in einer Zeit, als mein Gebetsleben sehr eingeschlafen war. Gott kannte mein Herz und wirkte dieses Wunder, um mir zu zeigen, dass Er immer noch mein Freund war, und ›eine Hilfe, reichlich gefunden in Drangsalen‹.»

Gott antwortet nicht nur in Mexiko, sondern auch in unserem Alltag auf Gebete.

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