Das Licht der Welt oder die Christen in Japan

Wie gehen Christen mit den Folgen der Tsunami-Katastrophe in Japan um? Der Dokumentarfilmer Kim Sejune hat Pastoren im Katastrophengebiet von Fukushima vor der Kamera gefragt, wie sie als gläubige Menschen die Frage beantworten: Wie konnte Gott das zulassen?

Der 20-minütige Film mit dem Titel „Das Licht der Welt“, der im Internet zu sehen ist, zeigt öde Landschaften, die der Tsunami vom 11. März im Osten Japans hinterlassen hat. Doch inmitten der Trümmer sind Menschen, die zu ihren ehemaligen Wohnungen zurückkehren. Auch Christen, die angesichts von Zehntausenden Vermissten und Millionenschäden ebenso fassungslos sind wie alle, kommen zu den Trümmern ihrer Gemeindehäuser und klagen Gott ihr Leid. Nicht einmal zwei Prozent der Bevölkerung Japans sind Christen.

Der Politiker Machida Reiji fährt durch die verwüstete Landschaft und sagt: „In dieser Region leben fast nur noch alte Menschen, die jungen Leute sind in die Städte gezogen. Die meisten hier sind einfache, ehrliche, unschuldige Menschen. Warum ist so etwas Schreckliches passiert? Warum hat Gott ein Erdbeben und einen Tsunami zugelassen? Darüber denke ich jeden Tag nach.“ Auch der Pastor Oohara Kei ist sichtlich erschüttert: „Wir dachten, unsere Dämme würden auch hohe Tsunami-Wellen abhalten. Aber dieser Tsunami war unglaublich stark. Die Wellen waren bis zu 20 Meter hoch. Wie konnte so etwas passieren? Mir fällt es schwer, es zu akzeptieren.“

Geistlicher Neuanfang nach der Flut

Pastor Takimoto Nozomu gibt im Gebet zu: „Herr, wir können nicht alle Deine Pläne verstehen. Aber wir wollen dennoch verkünden, dass Du allmächtig bist.“ Er hofft, dass mit dem materiellen Aufbau der zerstörten Häuser nun auch eine geistliche Erneuerung in Japan einhergeht.

Der christliche Sänger Yokoyama Daisuke schreit im Film seine Verzweiflung in einer Gebetszeit in einer christlichen Gemeinde geradezu zu Gott: „Herr, rette uns, rette diese Stadt. Jesus, das Gebet, das Du am Kreuz gebetet hast, rufen auch wir jetzt aus. Bitte schenke Japan eine Erweckung!“ Manchmal singt er vor den Menschen, die in Notunterkünften schlafen müssen und versucht, ihnen seine Hoffnung im Glauben zu vermitteln.

Naito Noa, ein junges Gemeindemitglied der „Seaside Bibel Chapel“, sucht nach Schuld, die seine Gemeinde begangen haben könnte und fragt sich selbstkritisch: „In den fünf vergangenen Jahren, seitdem die Kirche gebaut wurde, was haben wir da für die Nachbarn getan? Vielleicht haben wir nicht einmal das Geringste getan, das Gott von uns gewollt hätte.“

Der Pastor Minegishi Hiroshi ist davon überzeugt, dass auch diese Katastrophe innerhalb der Souveränität Gottes lag. „Ich vertraue von ganzem Herzen darauf, dass alles in Gottes Hand liegt. Jetzt, wenn alles hinweggeschwemmt ist, sollten unsere Herzen auf Jesus vertrauen, dass er uns wieder aufbaut und nun eine Erweckung in Japan startet.“ Er sei im Inneren überhaupt nicht verbittert gegenüber Gott, sagt der Pastor. Vielmehr glaube er, dass Gott die Christen nun mit neuer Stärke ausrüsten wird. „Denn die Aufgabe einer Kirche ist es, Jesus zu predigen.“ Er fügt hinzu: „Egal, wie hoch ein Tsunami ist, er kann niemals die Liebe zu Jesus Christus stoppen.“

Das sieht Pastor Mori Akira ähnlich. „Weder eine Theologie, noch Christen, noch Zusammenkünfte können dieses Land verändern. Das kann nur Jesus. Und ich glaube, dass das passieren wird.“

Quelle:  www.pro-medienmagazin.de

Gesellschaft, Gottes Menschen von heute

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