Christen werden auch heute verfolgt

Indien und China, die beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Welt, sind jedoch auch Vorreiter in Sachen christliche Verfolgung. Bekanntlich sperrt die chinesische Regierung Leiter von christlichen Gemeinden weg und gängelt auch andere religiöse Bewegungen wie Falun Gong. Im Nahen Osten hat sich die Lage für christliche Minderheiten seit dem „Arabischen Frühling“ nicht gerade verbessert. Laut der Studie war Ägypten vor dem Sturz Mubaraks das größte Land, in dem Maßnahmen von Seiten der Regierung gegen Christen zunahmen. Seitdem hat sich diese Tendenz noch verstärkt.

In den letzten sechs Monaten kam es in Ägypten zu brutalen Ausbrüchen religiöser Gewalt, die sich vor allem gegen die koptischen Christen richtete. Gerüchte über einen Kopten, der angeblich zum Islam konvertiert sei, führten zu Aufständen, die am 8. Mai zu 15 Toten, 200 Verletzten und zahllosen geplünderten und angezündeten Kirchen führten. Diese und ähnliche antichristliche Ausschreitungen lassen Beobachter eine islamistische Übernahme Ägyptens fürchten.

Auch der Historiker Hans-Ulrich Wehler meinte in einem Interview für DIE ZEIT (No 36, 1. September 2011, S. 21): „Francis Fukuyamas Idee vom Ende der Geschichte hingegen, wonach fortan alles nach dem Muster der amerikanisch-liberalen Demokratie verlaufen würde, erwies sich rasch als Schwachsinn. (…) Selbst wenn sich überall in Arabien die Opposition durchsetzt – was dabei herauskommt, wissen nur die Götter. Ich möchte jetzt nicht im israelischen Außenministerium arbeiten. Wie werden denn die Ägypter künftig den Friedensvertrag mit Israel behandeln? Und was wird aus Syrien? Ich glaube nach wie vor, dass der an seinen Rändern radikalisierungsfähige Islamismus das zentrale politische Problemn dieses Jahrhunderts sein wird. Ich sehe keine Entwicklung, die das beenden kann, diese Fanatisierungsprozesse, die, aufgeladen durch religiöse Impulse, zum Dschihad im kleinen Maßstab führen. (…) Im Islam steckt ein Sprengpotenzial, kein Zweifel. Und ich sehe keine effektiven Entschärfungsmöglichkeiten. Selbst wenn sich die Saudis reformieren, ist völlig unklar, was die wahabitischen Islamisten dort anfangen werden. Auf der einen Seite leben Millionen gläubige Muslime friedlich, auf der anderen fürchte ich die radikale Variante des Islam.“

Wie schaut es in Europa aus? Auf der einen Seite haben wir einen aggressiven Säkularismus, der sich in der antichristlichen Politik der EU-Führungskaste zeigt (z.B. in Bezug auf das christliche Verständnis von Ehe und Familie), auf der anderen Seiten beobachtet man den Aufstieg des radikalen Islam, der Gewalt, Unterdrückung von Andersdenkenden und Antisemitismus wieder salonfähig macht. Man kann nur hoffen, dass das Recht auf die freie Religionsausübung erhalten bleibt. Unsere Verfassungen sind vom christlichen Denken beeinflusst.

Quellen:
www.ohnegottistallessinnlos.de

http://michael-mannheimer.info/2010/01/07/terrormonat-ramadan

http://koptisch.wordpress.com/category/kirche/christenverfolgung/page/43

Bild: justicewatchdog.com

Christen und Medien, Gesellschaft

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