Ab Juli ist die Arche Noah in Köln

Im Juli wird die Arche Noah in Köln anlegen. Jedenfalls ein kleinerer Nachbau des im 1. Buch Mose beschriebenen Schiffs, das die einzigen Überlebenden der biblischen Sintflut rettete. Der holländische Puppenspieler und Fernsehmacher Aad Peters hat sich für die biblische Attraktion ein besonderes Konzept ausgedacht, das auch auf Jesus hindeutet.

Vom 13. Juli bis zum 13. Oktober wird die Arche Noah (ein 70 Meter langer Nachbau) in Köln anlegen.

Aad Peters ist seit drei Jahrzehnten ein in Holland bekannter Puppenspieler. Der Künstler hat zudem schon viele Filme gemacht und Menschen in über 50 Ländern in der Filmproduktion geschult. Seit 1980 produziert er für christliche Fernsehsender, zunächst in seinem Heimatland, dann in anderen Ländern. Die Glaubenswurzeln des Künstlers liegen bei den „Jesus People“, einer christlichen Bewegung, die in den 60er Jahren aus den Hippies hervorging.

Der kreative Kopf entdeckte vor einigen Jahren den Arche-Nachbau seines Landsmannes Johan Huibers. Der hatte in anderthalb Jahren Arbeit die Arche, wie sie in der Bibel beschrieben wird, im Massstab 1:2 nachgebaut. Doch nach einigen Vorführungen in Holland wurde das Schiff nicht mehr genutzt, und Peters kaufte den Holz-Pott im Oktober vergangenen Jahres. „Es wäre doch unendlich schade, wenn diese wunderbare Geschichte der Bibel weiterhin so unbekannt bliebe“, sagte Peters im April bei der Präsentation seiner Ausstellungspläne für Deutschland gegenüber dem Christlichen Medienmagazin pro.

Holz statt Kitsch

Die Arche, die 70 Meter lang und 13 Meter hoch ist, legt am 13. Juli neben dem Schokoladenmuseum mitten in Köln an. Dort soll sie bis zum 13. Oktober als neue Touristenattraktion Menschenmassen aus ganz Deutschland anziehen. Seine Arche soll aber mehr sein als nur der Nachbau eines riesigen Schiffes, das in einem alten Buch vorkommt, betont Peters. Der gläubige Puppenspieler will sein Schiff als Bibelpark verstanden wissen. Es geht auf den vier Etagen nicht nur um Noah und seine Familie, sondern der Besucher „trifft“ an Bord auch andere biblische Figuren wie König Salomo, Adam und Eva, ja, sogar Jesus wird vorkommen. Aber was hat Jesus mit Noah zu tun?

Im Zentrum seiner Arche steht ein Baum – der Baum, von dem ebenfalls im 1. Buch Mose die Rede ist. „Aber“, erklärt Peters, „es gab ja zwei Bäume im Paradies. Das vergessen viele. Den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse kennt fast jeder. Die Geschichte von Eva und der Schlange ist jedem präsent. Aber der zweite Baum, der Baum des Lebens, ist eigentlich viel interessanter! Die Bibel beginnt mit diesem Baum, und sie endet auch mit diesem Baum. Denn am Ende ist es Jesus, der den Baum des Lebens darstellt.“ Der Baum der Erkenntnis stehe für das Gesetz, so Peters, das jeden Menschen wie eine lästige Fliege durchs Leben verfolge. „Niemand kommt vom Gesetz los. Erst Jesus ist die Erlösung vom Gesetz. Er ist der Baum des Lebens.“

Aus diesem Grunde stellt die Wurzel des Baumes innerhalb des Schiffes auch einen Ort dar, der das Leben widerspiegeln soll: Kinder spielen und tollen herum, Erwachsene lesen in der Bibel oder entspannen auf einem Wasserbett. In dem Raum, der kostbar mit Edelsteinimitaten gestaltet ist, liegen überall Bibeln aus, gesponsert von der Deutschen Bibelgesellschaft. „Dort kann dann jeder selber nachlesen, was die Bibel berichtet“, sagt Peters.

Es gebe in Europa keinen guten Bibelpark, sei ihm aufgefallen. Er habe sich bewusst nicht die großen Bibelparks in den USA zum Vorbild genommen. Auf Kitsch legt er keinen Wert, und alles an seiner Arche soll den Charme von Holzschnittwerk haben. Denn schließlich war mit Sicherheit auch die originale Arche aus robustem Holz gezimmert. Der Besucher trifft auf fast lebensgroße Holzfiguren, die in Tschechien geschnitzt wurden. Manche davon sind „interaktiv“ und laden zum Spielen ein. Bei David und Goliath etwa können sich die Besucher an der Schleuder versuchen. Bei Adam und Eva ist mit der Schlange ein Spiel verbunden. Wer vom Trubel unter Deck müde und hungrig geworden ist, kann sich im Restaurant auf dem obersten Deck stärken.

Egal, ob man die Geschichte für wahr hält…

Mit bestimmten christlichen Organisationen will der Holländer sein Arche-Projekt allerdings nicht verbunden sehen. Es werde keine Evangelisation an Bord geben und keine theologischen Seminare. Ihm sei es wichtig, Spaß zu vermitteln sowie die Spannung, die in den Bibelgeschichten stecke. In einem Theater, in dem 150 Gäste Platz finden, werden Theaterstücke zu den Bibelgeschichten aufgeführt. „Die Menschen sollten wieder mehr über ihre eigene Kultur wissen, aus der sie kommen. Ich war in den letzten Jahren viel in arabischen Ländern unterwegs. Und wenn ich mit Moslems spreche, weiß ich immer genau, wo die Grenzen verlaufen zwischen ihrem Glauben und meinem. Wer aber selbst nicht mehr viel über seine eigene Kultur weiß, der sieht irgendwann keine Unterschiede mehr zu anderen Religionen.“

Ihm sei es letztlich egal, ob man die Geschichte von Noah oder von Adam und Eva für wahr halte oder nicht. Er will nicht darüber streiten, sondern hält es für spannender, wenn jeder für sich herausgefordert ist, seinen Glauben ein- oder auszuschalten. „Man kann ja auch die Existenz Gottes nicht beweisen. Es ist im Grunde alles Glaube.“ Wichtig ist Peters die Geschichte von den zwei Bäumen im Paradies auch für das Verständnis des Phänomens Tod. „Auch Darwin hat einen Baum aufgezeichnet“, so Peters. „Aber Darwins Baum und seine Evolutionstheorie erklären nicht, warum es den Tod gibt. Die Bibel und die zwei Bäume hingegen geben uns eine Erklärung, warum der Tod in die Welt gekommen ist.“

Quelle:  www.pro-medienmagazin.de

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Archäologie und die Bibel, Gesellschaft

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